Mit der Kindheit in Verbindung

Der Mensch hat etwas, das ihm die Chance gibt, menschenglücklich zu werden, das heißt, das nachhaltige Gefühl zu haben, er selbst zu sein, das eigene Ich gefunden zu haben. Hinzu kommt die Chance, im Einvernehmen mit der Welt zu stehen, auch wenn der Erdenkreis derzeit in einem wenig glücklichen und ausgewogenen Zustand ist. Da ist also auf der einen Seite der Gleichgewichtszustand mit sich selbst und auf dem anderen Rand eine furchtbare Auseinandersetzung mit dem, was uns umgibt, einschließlich der Licht- und Schattenseiten des gegenwärtigen Weltgeschehens. Für diesen Zustand des Gleichgewichts bedarf es auf der persönlichen Ebene des Auseinanderhaltens dessen, was an uns selbst nur vorübergehend und was die Essenz und das Fortdauernde an uns ist. Ebenso scharf zu trennen ist zwischen dem, was an Kultur und Werten für das Fortkommen der Menschheit förderlich ist und welche Erscheinungen im Gegensatz dazu entbehrlich sind. Solchermaßen seelisch gemittet, verweben wir uns mit den fortbestehenden Errungenschaften der menschlichen Kultur und lassen Fehler und Irrtümer hinter uns, die dem Untergang geweiht sind.

Die Kindheit ist mit dem Erwachsensein zwar abgeschlossen, aber wir bleiben stets mit der Zeit, als wir Kinder waren, in Verbindung. Dies geschieht einerseits durch den Einfluss, den die Kindheit auf uns nimmt. Auf der anderen Seite stellen wir mit unseren gegenwärtigen Handlungen einen Bezug zu den Ereignissen in unserer Kindheit her. Vielleicht hemmen ja Fehler der Kindheit uns heutiges Fortkommen. Dies beobachtend, geraten wir in die Rolle des Forschenden, der die naturwissenschaftlichen Ursachen für diese Dissonanz herausfinden und Vorschläge zur Abhilfe machen soll. Das aber stößt an seine Grenzen. Denn auf eine gewisse Weise bleibt diese Vorgehensweise spekulativ. Wir zeigen damit, dass wir nicht in der Lage sind, die lebendigen Grundlagen für die Fehler der Kindheit zu ergründen. Genauso spekulativ wäre es, wenn wir uns in mystischen Erklärungen über die Kindheit ergehen. Auch dann müssten wir fragen, was es ist, das uns daran hindert, zu den wirklichen Ursachen vorzudringen.

Um die Grenzen der Spekulation zu überwinden, bedarf es der Suche nach der Kraft, die dem Zugang zu den tieferen Ursachen und damit einem möglichen Ausgleich einen Riegel vorschiebt.

Vom vergangenen November: ein Halo am Himmel.

Medien- und Kulturarbeit, Autor