Sind die Pandemie-Folgen die neue Normalität?

Das Paradies sollte eigentlich für jeden von uns die Normalität sein, oder etwa nicht? Warum wären wir sonst Menschen? Gehen wir die Sache an einem Beispiel der Reihe nach einmal durch. Der Mensch empfindet Frust, wenn er nicht wie gewohnt in sein Lieblingsparadies eintreten darf, sagen wir, im Urlaub nicht auf die Urlaubsinsel Mallorca fliegen oder auf die Insel Sylt fahren darf. Und es ist nicht weniger doof für den Urlauber, wenn er diese Inseln zwar betreten darf, aber de facto nur als Versuchsmaus mit permanenter Messung der Körpertemperatur, mit der Androhung einer Quarantäne und mit Eins fünfzig Abstand zum Nachbar und zur Nachbarin. Erstmals bestand dazu die Notwendigkeit bei der Wiedereröffnung der Sonneninsel Mallorca Mitte Juni im Corona-Jahr 2020. Seitdem sind wir alle in einem gewissen Sinne wissenschaftlich kontrollierte Reisemäuse geworden, an welchem Strand in der Welt auch immer wir Erholung suchen. Im Vergleich dazu war das Leben vor der Pandemie noch ein Paradies. Damals fühlten wir uns noch frei, zu reisen, wohin es uns beliebte. Heute quält uns ein chronischer Erregungszustand. Und das nicht nur im Urlaub, sondern auch Zuhause, in der Familie, Schule, Beruf und im Gesundheitssystem. Die Gefahr besteht, dass wir uns an diesen chronischen Zustand gewöhnen und die permanente Alarmstimmung zur Normalität wird. Bei diesem Istzustand braucht es eine Art Management, das beides regelt und sinnvoll ausgestaltet: die alarmfreie Zeit, in der wir alles über die Pandemie und deren Begleitumstände vergessen und die proaktive Zeit, in der wir vorausschauend handeln müssen, weil wir uns um andere oder um uns selbst Sorgen machen. Im Sinne des organischen Großen und Ganzen sollten wir die paradiesische Zeit mit geistiger Arbeit ausfüllen: mit einem organischen Blick auf die Welt.

Allgemeine Angaben:

Medien- und Kulturarbeit, Thema: Eigenbefähigung