Dasiao – das ganzheitliche Konzept

Eigene Fähigkeiten helfen, Krisen zu überstehen.

Wir wollen bei Dasiao sagen können, dass wir wach bleibend aus einer intelligenten Grundhaltung heraus unsere Entwicklung im Auge behalten. Das stellt sicher, bei allem, was wir tun, in keine Position der Schwäche zu geraten. Das Sich-selbst-im-Auge-behalten trägt vielmehr dazu bei, das Mögliche sich bereitzuhalten. In guten Zeiten gibt es damit kein Problem, was aber ist in Krisenzeiten wie gerade in der Coronakrise? Wie finden wir gerade jetzt zur inneren Stabilität? Viele denken, es wäre doch jetzt eine Lösung, sich permanent weiterzuentwickeln. Mit dieser Annahme gehen wir aber zu weit. Bei Dasiao setzt man sich keinem permanenten Entwicklungsdruck aus. Wenn wir uns ständig verbessern wollten, gäbe das zwar ein Bild von uns ab, wie es heute vielfach gefragt ist, aber führt uns in einen Wettbewerb mit uns selbst. Das aber wäre nicht Dasiao. Die Fortschritte, die wir machen, müssen auf der einen Seite von uns gewollt werden, aber auch heranreifen. Wir streben also nach Fähigkeiten, die so wertvoll sind, die uns und anderen eine gute Zukunft geben. Damit lassen sich selbstverständlich auch Phasen im Leben bewältigen, in denen wir durch äußere Einschränkungen in einer Situation sind, die uns wie Corona gerade viel abverlangt.

Freiheitsrechte unabdingbar

Bei Katastrophen wie Pandemien, Erdbeben, Tsunamis oder terroristischen Anschlägen dürfen die Freiheitsrechte nur gerichtlich überprüfbar eingeschränkt werden, sofern Beschränkungen überhaupt geboten sind und keine anderen Alternativen möglich sind. Es ist notwendig, sich in Krisenzeiten mit den Belastungen dieser Zeit auseinandersetzen, gleichwohl ist uns aufgegeben, für die Freiheitsrechte des Einzelnen einzustehen und wie bei Corona die Gesundheit der Mitmenschen den gegebenen Verhältnissen gemäß mitzuschützen.

Arzt und Therapeut sind gefragt

Bei Corona werden wir von den Mitmenschen und der Welt getrennt und dürfen anderen nur eingeschränkt begegnen. Es wird schwer, sich unter diesen Bedingungen neu zu justieren und zu stabilisieren. Der scheinbare Ausweg in die digitalisierte Welt verschlimmert nur die Tendenz zu einer autistischen Gesellschaft, in der wir uns wie krank fühlen werden. In diesem Fall liegt der Schwerpunkt auf der Frage, was uns helfen kann, die auftretenden psychischen Störungen abzuwehren. Gelingt dies nicht, kommt es zu posttraumatischen Stress-Symptomen, Angststörungen und Depressionen, die die einer ärztlichen oder therapeutischen Behandlung bedürfen. Solche Behandlungen mögen der Situation des einen oder anderen Betroffenen angemessen sein, aber sie verfolgen naturgemäß einen Reparaturansatz. Es wird versucht, das Kind zu retten, nachdem es in den Brunnen gefallen ist.

Der Reparatur-Gedanke

Der Reparatur-Gedanke geht davon aus, dass der Mensch erst einmal einen Schaden erleiden muss, um für das Thema „Eigenbefähigung“ wach zu werden. Zugrunde liegt diesem Ansatz die Idee, das der Mensch von vorneherein mit Mängeln behaftet ist, die sich in einer Krise besonders leicht äußern. Diesen Mängeln werden Methoden angedient, welche die Ursachen übertünchen. Es heißt dann beschwichtigend, man würde vorübergehend schwächeln, könnte aber bald wieder „voll“ funktionieren. Vorausgesetzt, man beachtet dieses oder jenes. Das aber ist klein und dünn gedacht. Diese Vorgehensweise ist deshalb wenig hilfreich, weil man sich der Vorgabe unterwirft, funktionieren zu müssen. Das aber ist keine Fähigkeit im Sinne von Dasiao. Zu funktionieren dient ausschließlich einem fremddienlichen Zweck.

Arrangement mit dem Vorhandenen

Oft wird unter dem Ansatz des Funktionierens der Rat erteilt, sich auf die eigenen Fähigkeiten zu konzentrieren. Es geht also um die Fähigkeiten, die wir schon besitzen. Was aber passiert dann mit der Neugierde auf etwas Neues? Was ist dann mit dem Wunsch, sich neue Fähigkeiten zu erwerben? Solche Wünsche fallen unter den Tisch, wenn wir uns auf das Bestehende beschränken. Halten wir also fest, das Besondere des Funktionierens liegt darin, dass die eigenen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden. Es wird versucht, sich das Leben trotz der mit einer Krise verbundenen Folgen so gut es geht einzurichten. Man legt es darauf an, Spielräume zu behalten, Einschränkungen zu akzeptieren und sich insgesamt psychisch und körperlich anzupassen. Stress und Ungewissheit werden dann die Begleiter dieser Anpassung bleiben. Die Frage bleibt ausgeklammert, ob man sich überhaupt mit den jeweiligen Zuständen abfinden will. Dieses Einverständnis wird einfach vorausgesetzt. Das engt die Möglichkeiten, die man sich selbst einräumt, erheblich ein. Man hat dann keine andere Möglichkeit, als mit einem Kompromiss zu leben. Du bist dann aber nicht mehr frei, dir und anderen zu sagen: Diese oder jene Katastrophe lehne ich ab. Es wird vielmehr erwartet, dass du dich mit dem Bestehenden arrangierst.

Lebenslange Entwicklung

Nur auf das Vorhandene zu schauen, stellt für ein ganzheitliches Konzept wie Dasiao, das auf eine lebenslange Entwicklung zielt, einen den Blick verengenden Kompromiss dar. Das Neue ist für das Dasiao die Grundlage. Altes, was seinen Zweck erfüllt hat, darf in den Hintergrund treten. Nichts von dem, was wir einmal gemacht haben, braucht aber verloren zu gehen. Auch das Alte hilft, seine Urteilsfähigkeit zu bewahren. Aber nur, wenn wir das Neue suchen und kennenlernen wollen, bleiben wir frei genug, um in die eine oder anderen Richtung unsere eigene Entscheidung zu treffen. Grenzen ziehen, Grenzen überschreiten, Veränderungen wahrnehmen und alles mit unserer Wärme zu durchdringen, das sind die Grundpfeiler für einen individuellen Weg in die Zukunft. Bei einem ganzheitlichen Ansatz wie Dasiao geht man diesen Weg. Es ist der Weg, für den man sich selbst entschieden hat. Dabei lernen wir von den anderen, was noch auf dem eigenen Stundenplan steht.

Allgemeine Angaben:

Medien- und Kulturarbeit, Thema: Eigenbefähigung